Es schmeckt einfach besser

Mizzi Green und Wegewarte

Für Köchin Denise Amann vom Mizzigreen in Frastanz gibt es nichts anderes wie saisonale und regionale Küche. Weil sie die Natur schützen will und sich dem guten Geschmack verpflichtet hat. Beliefert wird sie unter anderem vom Biohof Wegwarte.

Mizzi Green und Wegewarte
Denise Amann, Mizzi Green
Mizzi Green und Wegewarte

Sie kennt es einfach nicht anders. Zuhause hatte man eine kleine Landwirtschaft mit Hühner, Hasen, Gemüse und Kräuter. Und so hat Denise Amann schon in Kindheitstagen immer nur Speisen aus hochwertigen und oftmals auch selbst angebauten Zutaten gegessen. Die Oma war eine hervorragende Köchin, ebenso die Mama. „Einmal hatte meine Mama wenig Zeit und hat so einen fertigen Bratensaft genommen, das habe ich einfach nicht gegessen.“  So gesehen ist es nicht weiter verwunderlich, dass Amann auch in ihren eigenen Lokalen seit jeher auf hochwertige Bio-Produkte setzt. „Einerseits geht es mir natürlich darum, dass wir unseren Kindern und Enkelkindern eine gute Erde hinterlassen sollten. Dazu kommt: Es schmeckt einfach besser. Eine Bio-Karotte schmeckt viel intensiver nach Karotte“, so die 42-Jährige.

„Aber dafür weiß ich, was ich habe.“

Studiert hat Denise Amann eigentlich Intermedia an der FH Dornbirn, so wirklich gearbeitet hat sie in diesem Bereich jedoch nie. Schon gegen Ende des Studiums macht sie die Ansage: „Irgendwann will ich mein eigenes Restaurant eröffnen.“ Das war dann 2005 in Wien, wo sie für fünf Jahre das legendäre „noi“ am hippen Brunnenmarkt führte. Danach ging es zurück nach Vorarlberg, erst nach Feldkirch, dann folgte das Mizzitant in Bludenz und seit 2019 gibt es nun das mizzigreen in Frastanz. Der grundlegende Ansatz war überall der gleiche: Gekocht wird mit regionalen und saisonalen Produkten. Den zusätzlichen Aufwand, der dadurch zweifellos entsteht, nimmt sie gerne in Kauf: „Natürlich ist es anstrengender, wenn man immer schauen muss, was gerade bei wem verfügbar ist. Andere fahren einmal zum Großmarkt und kaufen dort alles was sie brauchen, von der Milch bis zum Fleisch. Aber dafür weiß ich, was ich habe.“

Im mizzigreen verfolgt Amann das Konzept von Überraschungsmenüs. Ihre Gäste wissen im Vorfeld nicht, was sie kriegen. „Man kann natürlich sagen, was man nicht mag. Und das gibt es dann auch nicht. Der Rest ist eine Überraschung.“ Anfangs wurde das durchaus mit Skepsis gesehen, mittlerweile lieben die Gäste ihre Menüs: „Viele sagen auch: Das hätte ich mir sonst nie bestellt, aber jetzt bin ich froh, dass ich es gegessen habe.“

Denise Amann, Mizzi Green
„Anfangs wurden wir als Spinner bezeichnet“

 Ihre Lieferanten kennt Amann alles persönlich. Beispielsweise den Biohof Wegwarte. Diesen gibt es bereits seit 1978. „Anfangs wurden wir als Spinner bezeichnet“, erinnert sich Gertrud Grabher, die den Hof gemeinsam mit ihrem Mann Peter gegründet hat. „Wir waren in der Umweltbewegung aktiv. Aber die Stimmung dort war uns irgendwann zu aggressiv und zu negativ. Deshalb wollten wir etwas Produktives machen.“ 40 Jahre später gibt es den Hof noch immer. Mehr als 80 Sorten Gemüse und über 140 Kräuter werden dort angebaut. Geführt wird der Hof mittlerweile von Tochter Barbara Keckeis, Getrud Grahber kümmert sich um den kleinen Hofladen. Gedüngt wird nur mit dem eigenen Kompost: „Die Pflanzen sind damit bestens versorgt, das sehen wir am Geschmack, am Aussehen und daran, dass wir so gut wie keine Schädlinge haben“, erklärt Keckeis. Verkauft werden die Produkte zu einem großen Teil an Stammkunden im Hofladen. Der Rest geht an Kunden aus der Gastronomie. Doch nicht alle wissen die Produkte so zu schätzen wie Denise Amann: „Gastronomen die ihre Menüs um 7 Euro verkaufen, die kommen nicht zu uns. Weil das geht sich einfach nicht aus“, erzählt Grabher.

„Wichtig sei es jedoch, dass den Menschen bewusst ist, wo ihr Essen herkommt und wie die Zutaten produziert wurden: „Dann kann man auch ein Bewusstsein schaffen“

Dennoch sind sich Grabher und Amann einig, dass das Bewusstsein der Menschen für gute und hochwertige Lebensmittel steigt.  Sowohl bei den Gastronomen und Produzenten, wie auch bei Kunden und Gästen. Die Motive dahinter sind unterschiedlich: „Manchen geht es vorwiegend um die Natur, andere schätzen einfach den Geschmack und die Qualität.“ Wichtig sei es jedoch, dass den Menschen bewusst ist, wo ihr Essen herkommt und wie die Zutaten produziert wurden: „Dann kann man auch ein Bewusstsein schaffen“, so Amann. „Und dann verstehen die Menschen auch, warum das jetzt gerade so gut geschmeckt hat.“

Mizzi Green und Wegewarte
Mizzi Green und Wegewarte
Mizzi Green und Wegewarte